Fachmarkt in Österreich

  • Planung und Ausführungzeitraum: März 1999 - September 2000
  • Nutzfläche: 3.563,17 m²
  • Baukosten Möblierung: 117,50 EUR/m²
  • Baukosten Bauwerk: k.A.

Funktion:

Es handelt sich um ein Fachgeschäft für Holz, Holzprodukte, Gartenholz, Türen, Fenster, Linoleum, Fliesen, Teppiche, Heimtextilien, Farben, Zubehör und Accessoires.

Städtebau:

Das Gebäude liegt sehr prominent an der Hauptstrasse von der Autobahn Richtung Wieselburg und ist über eine grosse Schaufensterfront voll einsehbar.

Gebäudeorganisation:

Die Thematik Erlebniswelt wird für alle Branchen immer wichtiger. Insofern ist eine übersichtliche und qualitativ wertige Präsentation nützlich und unserer Ansicht nach notwendig, um die Umsätze in der Konkurrenz zu anderen Anbietern zu stabilisieren - ja sogar zu steigern.

Die Wegeführung muss logisch sein und durch alle Segmente Ihres Fachgeschäftes führen. Dies betrifft auch die Form und Gestaltung der Treppe und der Lufträume, um dem Kunden immer wieder eine Möglichkeit zu bieten die Ware ”en passant“ zu überblicken und zu verweilen. Desweiteren reicht es nicht aus nur Waren“massen“ zu zeigen, die Ware muss zwar entsprechend stark vertreten sein, aber auch adäquat und wertig präsentiert werden, sowohl in Musterflächen als auch in Situationen. Es sollte ermöglicht werden, bestimmte Bereiche in Themensammlungen als Deko-Zone zu bündeln und so aus starken Segmenten einen positive Ausstrahlung auf die schwächeren Randsortimente zu erzielen. Hier könnten sich dann auch Fremdfirmen mit Ihren Produkten beteiligen ( Kaminöfen/Malertechniken /Gardinen/Leuchten etc...). Dies hat sich in vielen Fällen bewährt, da hierdurch die Kompetenz des Geschäftes gesteigert wird.

Wichtig ist aber auch eine logische Abfolge in der Zuordnung der Bereiche zueinander, sowie im Gebäude. Stark frequentierte Bereiche sollten nicht im vorderen Bereich angeordnet sein, aber in Aktionsflächen und Fenstergestaltungen vertreten sein. Die schwächeren Segmente sollten im Wechsel mit stärkeren angeordnet werden. Sogenannte Kundenmagnete, wie Garten und Holz im Garten sowie Parkettstudio sollten im Hintergrund des Fachgeschäftes als Ziel angeboten werden, idealerweise mit Schaufenster zur Strasse und, wenn möglich Pergola ähnlich überdachten Aussenflächen beim Garten.

Wichtig ist auch der Kinderbereich, um dem Kunden die Möglichkeit des sorglosen Aufenthaltes zu gewährleisten.

Im Obergeschoss wurde ein Cafe angeordnet - direkt an der Galerie - mit Blick in Foyer und in die Gartenholzausstellung. Dies ist nicht nur ein Magnet, sondern bietet für den Betreiber auch die Möglichkeit, bestimmte Produkte noch näher an den Kunden heranzubringen.

Materialien, Farben und Charakter:

Die Präsentationsmöbel sollten schlicht sein und die Wirkung der Muster verstärken und nicht in Konkurrenz zu diesen stehen. Insofern ist von der Verwendung von Holzoberflächen nur in Fällen wünschenswert, wo kein Holz präsentiert wird, da es nicht sinnvoll erscheint, in z.B. einer Buchenholzoberfläche verschiedenste Holzpaneele oder Parkettarten darzustellen. Hinzu kommt noch, daß der warme Ton von Holzprodukten durch eine kühle Präsentation verstärkt wird und so der Wohnwert des Holzes erhöht wird.

Bei der Erstellung der Präsenter ist auf Metall möglichst verzichtet worden, oder diese sind, wenn aus Gewichtsgründen kein Weg vorbei ging am Metall, verkleidet worden. Viele Präsentationsmöbel konnte man ohne weiteres in Holz- oder Holzwerkstoffen erstellen und erzielte dabei, ohne das Budget zu sprengen, bei Darstellung des “eigenen Materials“ eine hochwertigere Optik ohne dabei “hölzern“ zu wirken.

Die Beleuchtung der Ware sollte nicht nur vorhanden sein, sondern auch geplant werden, da die Lichtart und Farbe viel zur guten Präsentation beiträgt und auch ein Kostenfaktor ist. Wichtig ist auch die genannte Aktionsfläche, um im Saisonbereich im Zugangsbereich Kunden zu binden.

Der Kassenbereich spielt auch bei der Darstellung der Kompetenz des Fachgeschäftes eine sehr wichtige Rolle. Hier muss mit viel Feingefühl abgewogen werden zwischen Anspruch, Ziel und Wirkung.

Bei der Bodengestaltung ist auf dezente Kontraste in den verschiedenen Zonen und der Wegeführung geachtet worden, um den Charakter der Bereiche zu unterstützen.

Wichtig war in den einzelnen Bereichen eine umfangreiche, kompakte aber übersichtliche Darstellung der Waren. Es sollten selbsterklärende Präsentationsformen gewählt werden, um mit wenig Personal in sogenannten Kompetenz-Centern die Beratung auf Abfrage zu gewährleisten. Diese Center sind zugleich als Büroarbeitsbereiche anzusehen.

Konstruktion:

Bauwerk als Holz-Stahlbetonmischbauweise mit Treppe in Stahl mit Holztritten und VSG-Brüstungen. Wandscheiben Treppe in Ständerkonstruktion, wie auch die Besprechungs- und Kinderkoje. Möbel in MDF schwarz mit Elementen in Buche gedämpft Dekor, Edelstahl und Lack. Adaptierte Teile in Plexiglas.